T-NEX Anbieterregister

Unternehmensdaten mit KI in natürlicher Sprache auswerten

„Welche Kostenstellen liegen über dem Budget?“ Das Controlling kann die Antwort einer KI mit einem freigegebenen Bericht vergleichen. Die IT prüft dazu, auf welche Daten die Abfrage zugreifen darf und wer das Ergebnis sehen kann.

Herausgeber: T-NEX GmbHRecherche: Quellen und Auswahlkriterien offengelegt
Schema-only-Datenweg: Strukturinformationen für das Modell, Auswertungslogik und geprüfte Datenabfrage durch die Anwendung.
Schematische Darstellung zur Auswahl und Einführung

Was ist KI-Reporting?

KI-Reporting bezeichnet Reporting-Funktionen, bei denen künstliche Intelligenz einen Teil der Auswertung oder Aufbereitung unterstützt. Das kann die Übersetzung einer Fachfrage in eine Datenabfrage sein, die Erstellung eines Diagramms oder der Entwurf eines Kommentars. Welche dieser Aufgaben ein Produkt übernimmt, muss einzeln geprüft werden.

Für die Auswahl hilft eine einfache Trennung: Was soll berechnet werden, was soll dargestellt werden und was soll sprachlich erklärt werden? Eine korrekte Tabelle kann mit einem unpassenden Diagramm gezeigt werden. Ein richtiges Diagramm kann einen Kommentar erhalten, der mehr behauptet, als die Daten hergeben. Jeder Schritt braucht deshalb ein eigenes Prüfkriterium.

Beginnen Sie mit einer Frage aus Ihrem Betrieb. „Welche Kostenstellen überschreiten im abgeschlossenen Monat das freigegebene Budget?“ ist dafür hilfreicher als die allgemeine Bitte, Unternehmensdaten zu analysieren. Sie benennt eine Kennzahl, eine Vergleichsgrundlage und einen Zeitraum.

Welche KI-Funktion löst welche Aufgabe?

KI-Funktionen im Reporting getrennt beurteilen
FunktionMöglicher EinsatzPrüffrage
SprachabfrageEine Frage in Alltagssprache wird einer passenden Auswertung zugeordnet.Werden Fachbegriffe, Filter und Zeiträume richtig verstanden?
Dashboard-ErstellungAus einer Anforderung entsteht eine Darstellung mit Tabellen oder Diagrammen.Sind Berechnung und Darstellung nachvollziehbar und bearbeitbar?
BerichtskommentarVorliegende Ergebnisse werden sprachlich zusammengefasst.Bleibt der Kommentar bei belegten Zahlen und kenntlich gemachten Annahmen?
AuffälligkeitserkennungWerte werden nach einem definierten Verfahren als ungewöhnlich markiert.Welches Vergleichsmaß und welche Schwelle werden verwendet?
PrognoseEin Modell schätzt künftige Werte unter festgelegten Annahmen.Wie wird die Güte an zurückliegenden, beim Training unbekannten Fällen bewertet?

Ein Anbieter kann mehrere dieser Funktionen kombinieren. Im Reporting-Register werden sie deshalb getrennt erfasst. Kaufen Sie keine Zusatzfunktion allein wegen der Bezeichnung KI. Entscheidend ist, ob sie Ihren benötigten Bericht besser nutzbar macht.

Ein konkretes Herstellerbeispiel ist Bissantz DeltaMaster: Der Anbieter beschreibt natürlichsprachliche Berichtsnavigation und Zusammenfassungen. Solche Funktionen ergänzen bestehende Reporting-Fähigkeiten. Daraus folgt nicht, dass jede KI-Funktion eines anderen Produkts dasselbe leistet.

Schema-only-Datenweg: Strukturinformationen für das Modell, Auswertungslogik und geprüfte Datenabfrage durch die Anwendung.
Schematische Darstellung von T-NEX zur Auswahl und Einführung.

Warum die Bedeutung Ihrer Kennzahlen vor der ersten Frage feststehen muss

Ein KI-Reporting-System kann nur die fachliche Bedeutung nutzen, die ihm durch Datenmodell, Konfiguration und Anfrage zur Verfügung steht. „Umsatz“ kann beispielsweise fakturierte Erlöse, Auftragseingang oder einen um Gutschriften bereinigten Wert meinen. Für Ihren Bericht muss eine dieser Bedeutungen gelten.

Erstellen Sie deshalb ein kleines Kennzahlenblatt. Für jede Kennzahl notieren Sie Bezeichnung, Berechnung, Datenquelle, Einheit, Zeitbezug und Verantwortlichen. Ergänzen Sie gebräuchliche Begriffe aus Ihrem Unternehmen. Wenn Beschäftigte „Werk Nord“ sagen, die Daten aber einen Standortcode führen, muss diese Zuordnung eindeutig sein.

Auch ein technischer Feldname erklärt nicht alles. Eine Spalte „Datum“ kann das Buchungsdatum oder den Leistungszeitpunkt enthalten. Ein Betrag kann in Euro, Cent oder einer anderen Währung gespeichert sein. Diese Unterschiede sollten im Modell sichtbar sein, bevor die Software einen anschaulichen Bericht erzeugt.

Microsoft beschreibt für Power BI eine eigene Vorbereitung von Datenmodellen für Copilot, unter anderem mit Kontext und geprüften Antworten. Die Dokumentation weist zugleich darauf hin, dass solche Vorbereitungen keine identischen Ergebnisse bei jeder Anfrage garantieren. Für die Auswahl bleibt daher der eigene Test maßgeblich.

Mit diesen Fragen prüfen Sie ein KI-Reporting-Angebot

Stellen Sie jedem Anbieter dieselben Aufgaben und behalten Sie die erwarteten Ergebnisse zunächst für sich. So sehen Sie, welche fachlichen Rückfragen die Lösung stellt und wie sie mit Unsicherheit umgeht. Die folgende Auswahl ist ein Vorschlag für Ihren Test, keine allgemeine Norm.

  1. Bekannte Auswertung: „Zeige Plan, Ist und absolute Abweichung für die drei Kostenstellen im abgeschlossenen Monat.“ Vergleichen Sie jede Zahl mit Ihrem Referenzbericht.
  2. Geänderter Zeitraum: „Zeige dieselbe Auswertung für das Vorquartal.“ Prüfen Sie, ob Kalender- und Geschäftsjahr richtig berücksichtigt werden.
  3. Unklarer Begriff: „Zeige die rentabelsten Bereiche.“ Beobachten Sie, ob nach der gewünschten Rentabilitätskennzahl gefragt wird.
  4. Fehlende Quelle: Entfernen Sie einen Teil der benötigten Daten. Prüfen Sie, ob die Ausgabe die Lücke sichtbar macht.
  5. Keine Datensätze: Fragen Sie nach einer Kombination, für die nichts vorliegt. Ein leeres Ergebnis muss von einer echten Null unterschieden werden.
  6. Eingeschränkter Zugriff: Wiederholen Sie eine Frage mit einer fachlich begrenzten Rolle. Kontrollieren Sie die ausgegebenen Werte und Detailansichten.
  7. Falsche Prämisse: Fragen Sie nach einem angeblich gestiegenen Wert, obwohl er gefallen ist. Die Antwort sollte die Annahme nicht ungeprüft übernehmen.
  8. Wiederholung: Formulieren Sie dieselbe fachliche Frage anders. Die Darstellung darf variieren; für eine feste Datenbasis muss die Berechnung zum vereinbarten Ergebnis passen.

Dokumentieren Sie nicht nur „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Halten Sie fest, welche Konfiguration fehlte, welcher Fehler auftrat und wie sich die Korrektur auf andere Berichte auswirkt. Das hilft, Einrichtungsaufwand von einer grundsätzlichen Produktgrenze zu unterscheiden.

Welche Daten darf das KI-Modell erhalten?

Für KI-Reporting sollten Sie Datenbankzugriff und Modellzugriff getrennt beschreiben. Die Anwendung kann Datensätze lesen, während ein Sprachmodell nur Strukturinformationen für die Erstellung einer Abfrage erhält. Eine andere Funktion kann konkrete Zahlen an ein Modell übergeben, um einen Kommentar zu verfassen. Beide Wege müssen im Projekt eindeutig benannt werden.

Fragen Sie deshalb für jede Funktion: Welche Daten werden verarbeitet? Wo geschieht das? Wer kann Inhalte oder Protokolle einsehen? Wie werden Zugänge verwaltet? Welche Informationen bleiben nach einer Anfrage gespeichert? Eine allgemeine Aussage wie „läuft in der Cloud“ beantwortet diese Fragen nicht.

Bei T-NEX bezeichnet Schema-only die Erstellung von Reporting-Logik aus Strukturinformationen. Inhaltsbezogene KI-Analysen benötigen eine gesonderte Festlegung des Datenumfangs. Die Produktbeschreibung von T-NEX Dynamic AI Reporting unterscheidet diese beiden Fälle ausdrücklich.

Prüfen Sie das Berechtigungskonzept außerdem mit den tatsächlich verwendeten Rollen. Lesen, Bearbeiten und Exportieren können unterschiedliche Anforderungen haben. Ein exportierter Bericht ist eine weitere Kopie der enthaltenen Informationen und braucht einen passenden Empfängerkreis.

Eine Abweichung ist noch keine Erklärung ihrer Ursache

Wenn Kosten um einen bestimmten Betrag steigen, zeigt der Bericht zunächst eine Veränderung. Eine Ursache wie ein höherer Einkaufspreis, eine zusätzliche Leistung oder eine andere Buchungszuordnung muss durch weitere Daten oder fachliche Prüfung belegt werden. Ein sprachlich überzeugender Kommentar ersetzt diesen Nachweis nicht.

Legen Sie für Berichtskommentare drei Kategorien fest: belegte Feststellung, mögliche Erklärung und noch offene Frage. „Die Ist-Kosten liegen über dem Plan“ kann direkt aus Zahlen folgen. „Die Abweichung könnte mit einer zusätzlichen Beauftragung zusammenhängen“ ist eine Hypothese, solange der Auftrag nicht geprüft wurde.

Bei Prognosen kommt eine weitere Prüfung hinzu. Ein Zukunftswert ist eine Schätzung unter Annahmen. Vergleichen Sie das Modell mit einer einfachen Ausgangsmethode und beurteilen Sie Fehler an historischen Testzeiträumen. Eine schön gezeichnete Fortsetzung einer Kurve reicht für eine belastbare Planungsentscheidung nicht aus.

Wie ein erster KI-Reporting-Fall sinnvoll begrenzt wird

Wählen Sie für den Einstieg einen Bericht, dessen Zweck und Berechnung bekannt sind. Begrenzen Sie Datenquelle, Zeitraum, Kennzahlen und Nutzerkreis. Damit lässt sich beurteilen, ob das System die Aufgabe erfüllt und wo Vorbereitung nötig ist.

Vereinbaren Sie vor der Umsetzung die Abnahme: Welche Zahlen müssen übereinstimmen? Wie werden fehlende Daten behandelt? Wer darf Ergebnisse ändern und wer nimmt sie fachlich ab? Halten Sie auch fest, welche Funktionen zunächst nicht zum Umfang gehören, etwa Prognosen oder zusätzliche Quellsysteme.

Nach dem ersten Lauf bewerten Sie drei Dinge getrennt: Ergebnisqualität, Bedienung und laufenden Aufwand. Ein erfolgreiches Beispiel beantwortet noch nicht jede spätere Frage. Es liefert aber eine nachvollziehbare Grundlage dafür, den nächsten Bericht auszuwählen oder den Ansatz anzupassen.

Den gesamten Ablauf eines wiederkehrenden Berichts beschreibt der Leitfaden Monatsreporting automatisieren. Die Kostenübersicht hilft, Einrichtung und Betrieb gemeinsam zu planen.

Häufige Fragen

Kann ich mit KI jede Unternehmensdatenbank sofort auswerten?

Das sollte vorab nicht vorausgesetzt werden. Datenzugang, Tabellenbeziehungen, Kennzahlen und Berechtigungen müssen für die konkrete Quelle geprüft und eingerichtet werden. Ein unterstützter Datenbanktyp allein belegt noch keine fertige fachliche Anbindung.

Ist eine Sprachabfrage dasselbe wie eine Prognose?

Nein. Eine Sprachabfrage kann vorhandene Daten zusammenfassen oder filtern. Eine Prognose schätzt künftige Werte mit einem dafür vorgesehenen Verfahren. Beide Fähigkeiten müssen getrennt belegt und getestet werden.

Wer prüft einen KI-generierten Bericht?

Die fachliche Verantwortung sollte vor dem Einsatz festgelegt werden. Die zuständige Person prüft Datenumfang, Kennzahlendefinition und Ergebnis anhand bekannter Vergleichswerte. Technische Tests ergänzen diese Prüfung.

Kann KI-Reporting bestehende BI-Systeme ergänzen?

Ja, eine Ergänzung kann eine sinnvolle Variante sein. Ob sie technisch und wirtschaftlich passt, hängt von den vorhandenen Schnittstellen, Nutzungsrechten und dem gewünschten Umfang ab. Vergleichen Sie die Erweiterung mit dem Einsatz einer zusätzlichen Anwendung.

Herausgeberin dieses Ratgebers ist die T-NEX GmbH, die auch eine eigene Reporting-Lösung anbietet. Methodik und Eigeninteresse