ICAAP und ILAAP
ICAAP und ILAAP für deutsche Banken: normative und ökonomische Perspektive, Rechenbeispiel, SREP und die EZB-Klarstellungen vom Juli 2026.
Der SREP verbindet Geschäftsmodell, Governance, Kapital- und Liquiditätsrisiken. Für die Bank zählt ein konsistentes Bild ihrer Zahlen, Annahmen, Entscheidungen und offenen Maßnahmen.
Bei bedeutenden Instituten führt die EZB den SREP gemeinsam mit den nationalen Behörden durch. Für weniger bedeutende deutsche Institute arbeiten BaFin und Bundesbank im nationalen Aufsichtsrahmen zusammen. Der Prozess stützt sich auf laufende Aufsicht, Meldungen, Prüfungen und institutsspezifische Erkenntnisse. Tiefe, Häufigkeit und Schwerpunkte hängen vom Institut ab. Ein einzelner jährlicher Fragebogen bildet den gesamten SREP deshalb nicht ab.
Die vier Elemente beantworten unterschiedliche Fragen. Ihre Ergebnisse müssen zusammenpassen: Eine Wachstumsstrategie etwa verändert Kapitalbedarf, Refinanzierung und Anforderungen an die Steuerung.
| SREP-Element | Aufsichtliche Frage | Nützliche interne Unterlagen |
|---|---|---|
| Geschäftsmodell | Ist das Geschäftsmodell tragfähig? | Strategie, Ergebnisplanung, Konzentrationen |
| Governance und Risikomanagement | Funktionieren Führung und Kontrollen? | Zuständigkeiten, Berichte, Feststellungen |
| Kapitalrisiken | Welche Risiken belasten Kapital und Risikodeckung? | ICAAP, Risikoinventur, Kapitalplanung |
| Liquiditätsrisiken | Sind Liquidität und Refinanzierung belastbar? | ILAAP, Zahlungsströme, Notfallplanung |
Die veröffentlichte EZB-Methodik beschreibt Informationssammlung, eine standardisierte Ausgangsbewertung und die vertiefte aufsichtliche Beurteilung. Quantitative Indikatoren werden mit der Wirksamkeit von Kontrollen und den Besonderheiten der Bank verbunden. Scores fassen die Beurteilung zusammen. Sie sind keine von der Bank selbst errechnete Bonitätsnote und ergeben allein noch keinen automatisch feststehenden Kapitalzuschlag.
Die Bank sollte für Rückfragen einen nachvollziehbaren Datenstand bereitstellen: Stichtag, Definition, Herkunft, fachliche Freigabe und Abweichung zu früheren Einreichungen. Ein interner Arbeitsablauf bündelt Fragen, zuständige Fachbereiche und Antwortfristen. Widersprüche zwischen Risikobericht, Kapitalplanung und Vorstandsbeschluss werden vor der Antwort geklärt. Im Dialog werden die Erkenntnisse erläutert; die formelle Entscheidung kann quantitative und qualitative Maßnahmen enthalten.
Kapitalanforderungen, aufsichtliche Erwartungen und organisatorische Maßnahmen sind getrennt zu erfassen. Jede Maßnahme braucht einen Verantwortlichen, einen Termin und ein passendes Abschlusskriterium. Für die EZB beschreibt die Reform eine abgestufte Nachverfolgung nach Schwere der Feststellungen. Weniger aktive Rückfragen bedeuten deshalb keine Erledigung der internen Nachweisarbeit.
P2R ist eine verbindliche zusätzliche Kapitalanforderung. P2G ist eine zusätzliche aufsichtliche Kapitalerwartung. Für die Maßnahmensteuerung werden daher Rechtswirkung, Kapitalplanung und Rückmeldung an die Aufsicht ausdrücklich auseinandergehalten.
Die EZB setzt ihre neue P2R-Methodik im SREP-Zyklus 2026 ein; darauf beruhende Anforderungen gelten ab 1. Januar 2027. Dieser Zeitbezug unterscheidet Bewertungsjahr und Wirksamkeit der Entscheidung. Die Qualität des ICAAP bleibt für die SREP-Beurteilung relevant, auch wenn die überarbeitete P2R-Methodik nicht mehr auf ICAAP-Daten als Berechnungsgrundlage beruht. Für die konkrete Bank sind ihre Aufsichtskommunikation und anwendbare Methodik maßgeblich.
ICAAP ist der bankinterne Prozess zur Beurteilung der Kapitalausstattung. SREP ist die aufsichtliche Überprüfung. Interne Unterlagen fließen in die Aufsicht ein, die Verantwortung und Entscheidungen bleiben getrennt.
Nein. Eine mehrjährige Schwerpunktplanung einzelner Module ist von laufender Überwachung und der Gesamtbeurteilung zu unterscheiden.
Ein Score allein legt keine Kapitalanforderung fest. Die Aufsicht wendet ihre Methodik und eine institutsspezifische Beurteilung an.
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